Der Teil im Gehirn, der Resilienz und Kreativität fördert: Warum es sinnvoll, ist ihn regelmäßig zu aktivieren und wie das geht…

Die Relevanz der Aktivierung des Gehirns im Ruhezustand

Wer von uns hat sich noch nicht dabei erwischt, mitten am Tag und vielleicht gar bei der Arbeit, die Gedanken schweifen zu lassen und einige Momente des sogenannten Tagträumen zu verbringen. Im Gegensatz dazu werden nur die allerwenigsten Menschen sich je Gedanken dazu gemacht haben, dass in diesen Momenten Hirnareale aktiviert werden, welche genau in einem solchen Ruhezustand erwachen und uns manchmal gar auf kreative Ideen bringen, die mit strukturiertem Denken nur schwer möglich gewesen wären. Worum es sich bei diesem Ruhezustandsnetzwerk in unserem Kopf handelt und warum es sogar sinnvoll ist, es regelmäßig zu aktivieren, erläutert dieser Artikel.
Das menschliche Ruhezustandsnetzwerk oder ,,Default Mode Network“

Erst im Jahr 2001 entdeckten Forscher, dass beim Müßiggang bzw. beim schlichten ,,Nichtstun“ bestimmte Hirnareale besonders angeregt werden. Es handelt sich hierbei um mehrere Hirnregionen, welche miteinander korrelieren und gemeinsam das hier beschriebene Ruhezustandsnetzwerk des Menschen bilden. Fokussieren wir uns im Anschluss an die Phase des Ausruhen wieder auf eine Aufgabe, sei sie im beruflichen Umfeld oder anderer Natur, so werden die Hirnareale, die das Ruhezustandsnetzwerk bilden, wieder zurückgefahren und unser Kopf schaltet wieder auf das systematische Denken um, welches für die Erfüllung der jeweiligen Aufgabe notwendig ist.
Denken Sie einmal an nichts

Ein Experiment, das sicherlich viele von Ihnen bereits kennen, welches jedoch durch seine Bekanntheit nicht an Faszination und Bedeutung einbüßt: Schließen Sie also die Augen und denken Sie für einige Momente an gar nichts. Einige von Ihnen werden das Ergebnis bereits im Vorfeld kennen oder zumindest erahnen. Es ist uns Menschen kaun möglich, an nichts zu denken. Unser Hirn kennt keine absolute Pause im lebenden Zustand, in welcher wir das Denken einfach beiseite schieben können. Der höchste Zustand der Unkonzentriertheit und des Rubens des Gehirns findet sich also im Ruhezustandsnetzwerk unseres Gehirns wieder. Der britische Forscher Jonathan Smallwood kritisiert dabei gar die Begrifflichkeit des ,,Ruhemodus“, denn wenn wir uns dem Tagträumen hingeben, sind unsere Gedanken in einem vollen Fluss. In diesen Momenten begegnen sich in unserem Kopf Emotionen, Erinnerungen, Ideen etc. Dies bedeutet vielleicht sogar, dass unser Denken aktiver ist, als in mancher scheinbar konzentrierten Situation, in welcher die übrigen Hirnareale eher in den Hintergrund geraten.
Wie aktivieren wir bewusst unser Ruhezustandsnetzwerk

Das menschliche Ruhezustandsnetzwerk im Gehirn tritt dann in Kraft, wenn wir von den strukturierten Gedanken bezüglich der Arbeit oder anderen Erledigungen, die zu tätigen sind, abschalten und unsere Gedanken treiben lassen. Dies fällt vielen von uns jedoch besonders im immer stressiger werdenden Alltag immer schwerer. Es ist nicht so leicht getan wie gesagt, wenn jemand uns auffordert ,,Nun musst du aber mal abschalten von alldem!“

Jedoch haben sich einige Techniken herauskristallisiert, die es uns ermöglichen, bewusst ins Tagträumen zu kommen und den Fokus auf bestimmte Aufgaben und Abläufe hintenan zu stellen. Die verschiedenen Methoden haben bei den individuell verschiedenen Menschen natürlich auch sehr differenten Erfolg. Hier gilt es für Sie, selbst herauszufinden, welche Methode am besten zu Ihnen passt und mit welcher Art und Weise der Aktivierung des Ruhezustandsnetzwerks Sie sich persönlich am wohlsten fühlen.

Eine bewährte Möglichkeit, das Ruhezustandsnetzwerk zu aktivieren, ist Meditation. Auch ein Spaziergang allein im Wald oder Yoga kann unser Ruhezustandsnetzwerk aktivieren und wir erwischen uns nach einigen Minuten selbst dabei, dass wir unsere Gedanken einfach einmal ohne Struktur haben kreisen lassen. Auch wenn mal wenig Zeit ist: alles was uns Ruhe verschafft, wie zum Beispiel einfach mal Innehalten und im Lieblingssessel platz nehmen oder im Bürostuhl zurücklehnen, hilft. Wichtig ist, absolut nichts zu tun.


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