Viele wünschen sich einen Job, der nachhaltig etwas bewirkt – eine Berufung und keinen Beruf. Ein sehr nachvollziehbarer Wunsch. Doch daran scheitert meist die Realität: nicht genügend Gehalt, die praktischen Fähigkeiten sind nicht dafür ausgelegt oder das soziale Umfeld lässt es nicht zu. Mach dich frei von diesen Normen und höre in dich hinein, was du möchtest. Hier erkläre ich dir, was einen sinnvollen Beruf ausmacht und was du tun kannst, wenn du dich darin nicht wiederfindest.
Was macht einen Job sinnvoll?
Was genau ein sinnvoller Job ist, darüber lässt sich streiten. Sicher ist jedoch, dass er sinnvoll ist, sobald du glücklich bist. Natürlich gibt es ein paar Faktoren, die einen Job nach außen hin sinnvoll erscheinen lassen – und das vollkommen zurecht. Doch nicht immer sind diese Punkte miteinander vereinbar.
- Hilft deine Arbeit anderen? Geht es durch deine Arbeit anderen Menschen besser? (Das ist natürlich eine sehr subjektive Frage und nicht leicht zu beantworten!)
- Schützt du Ressourcen nachhaltig?
- Wirst du entsprechend deiner Fähigkeiten auch entlohnt?
- Wirst du immer wieder neu gefordert und bildest dich weiter? (Man lernt nie aus!)
- Ist dein Arbeitsalltag abwechslungsreich?
Nicht immer stimmen alle Punkte
Natürlich lässt sich nicht immer alles miteinander vereinbaren: Gerade in Corona-Zeiten wurde viel über systemrelevante Berufe gesprochen und vor allem das Thema Gehalt bekam eine neue Bedeutung. Arbeitnehmer im Gesundheitssektor tragen einen wesentlichen Beitrag zum Allgemeinwohl bei und werden immer noch schlecht entlohnt, wohingegen manche Top-Manager mit Spitzengehalt dazu beitragen, dass ihre Firma größeren Umsatz macht. Für viele aus dem Gesundheitssektor ist das Gehalt jedoch nicht entscheidend, sie sehen den Sinn hinter ihrer Arbeit, auch, wenn sie natürlich für mehr Gehalt kämpfen. Wer seine Berufung dort sieht, wo ihm finanzielle Sicherheit gegeben ist, aber dafür ein anderer Sinnes-Punkt nicht stimmt, kann jedoch genauso glücklich sein.
Wie gehe ich damit um, wenn ich die Sinnlosigkeit merke?
Bist du an dem Punkt angelangt, an dem du den Sinn deiner Arbeit nicht mehr erkennst und die Reißleine ziehen möchtest, mache es nicht zu abrupt – alles hat seine Zeit. Hast du erstmal die Einsicht bekommen, dass du den Sinn in deinem Job nicht siehst, ist das natürlich schwer zu verdrängen. Du möchtest wahrscheinlich so schnell wie möglich weg. Wichtig ist, dass du ein stabiles soziales Umfeld um dich herumhast: Wenn du dich entscheidest, einen neuen Weg einzuschlagen, brauchst du familiären und freundschaftlichen Rückhalt. Denn diese Zeit ist sicher nicht leicht, lohnt sich jedoch enorm für dein eigenes Glück. Den Job zu wechseln, weil er nicht mehr mit den eigenen Idealen übereinstimmt, ist ein Prozess. Das passiert nicht von jetzt auf gleich. Du hattest ja schließlich auch mal einen Grund, diesen Job zu beginnen – ob für das Gehalt, die Liebe zum Beruf oder wegen des Umfelds.
Beobachte deine Situation über einen längeren Zeitraum, vielleicht findest du so heraus, was genau dich stört und diese Wünsche für die Zukunft mitnehmen. Oder du merkst, dass gar nicht der Beruf an sich ist, sondern die Überforderung, die damit verbunden ist: Dann hast du das Recht, deinen Job zu reduzieren. Sprich mit deinem Arbeitgeber darüber, vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung. Entscheidest du dich dafür, deinen jetzigen Job aufzugeben und dich neu zu orientieren, achte auf die Gegebenheiten. Auch, wenn du manchmal denkt „Heute kündige ich, ich halte das nicht mehr aus!“, höre nochmal in dich hinein: Hast du genügend finanzielle Rücklagen? Wie sieht der Job-Markt zurzeit aus? Wie stehen die Chancen, dass du innerhalb eines halben Jahres einen neuen Job bekommst?
Gib dir selbst die Zeit, glücklich zu werden
Am Ende des Tages zählt nur eines: Dass du glücklich bist. Und das ist ein Prozess, das solltest du immer im Hinterkopf behalten. Fällt dir die Sinnlosigkeit auf, solltest du handeln – mach dich von deinem Verstand frei und gehe auch mal Risiken ein. Nur so findest du zu deinem persönlichen Glück.