Von der Nützlichkeit des Querdenkens

Denken wir strukturiert, so behalten wir den einen Blickwinkel bei, mit dem wir für gewöhnlich auf eine Problemstellung oder Herausforderung der gleichen Art und Weise blicken. Es bleibt scheinbar keine Zeit dazu, quer zu denken und neuen Ideen oder Anregungen die Möglichkeit zu geben uns bei einer Lösungsfindung zu unterstützen. Selbst wenn wir uns vornehmen, ein Brainstorming zu machen, bleiben wir häufig in den Denkweisen verhaftet, die uns schon so lange bei Fragen aus dem jeweiligen Themenbereich begleiten.

Nutzen wir nun ganz bewusst eine der Methoden, welche eben beschrieben wurden und es gelingt uns dabei, unsere Gedanken komplett frei zu lassen und das Ruhezustandsnetzwerk unseres Gehirns aktiv sein zu lassen, so kann es durchaus sein, dass wir mit den unwillkürlich auftretenden Gedanken arbeiten können, weil sie uns eine neue Denkweise aufgezeigt haben, mit welcher die Thematik auch angegangen werden könnte. Hierzu müssen wir uns im Anschluss an die Aktivierungsphase des Ruhezustandsnetzwerks bewusst machen, wohin uns unsere freien Gedanken getragen haben und ergründen, ob es dabei Überschneidungspunkte zu den Aufgaben und Herausforderungen gibt, mit welchen wir gerade beim strukturierten Denken hadern und kämpfen. Wer frei ist, weist mehr Kreativität auf als jemand der sich immer im gleichen Muster aus Routinen und Ritualen bewegt. Dies gilt für uns Menschen ebenso wie für unsere Gedanken, die sich im Ruhezustand deutlich freier entfalten können als in jenen Momenten, in welchen wir sie streng bewachen und immer wieder in die bekannten Linien lenken mögen.

Am Ende besteht die Kunst dann darin, die beiden Zustände zusammenzuführen und uns bewusst zu machen, wie hilfreich Momente im Ruhezustand für unser Wirken und unsere Kreativität bei der Lösungsfindung sein können.

Auch auf die Resilienz wirkt sich die Aktivierung des Ruhezustandsnetzwerks positiv aus. Legen wir regelmäßige Ruhephasen ein, sind wir allgemein Widerstandsfähiger, was sich positiv aus unsere Gesundheit und unsere Fähigket auswirkt, mit Schwierigkeiten umzugehen.
 

50% des Tages auf Gedankenreise?

Einigen Psychologen zufolge befinden sich sehr kreative Menschen täglich sogar in bis zu 50% der Zeit auf einer gedanklichen Reise, welche nicht den starren Denkweisen entspricht, von welchen wir uns ansonsten oft leiten lassen. Wie wichtig ist es da, diese Zeit bewusst wahrnehmen zu können und sie nicht als Störfaktor oder fehlende Konzentration zu sehen, sondern uns bewusst zu machen, dass hier der Nährboden für neue Wege bei Lösungsfindung und Umgang mit Problemstellungen liegen kann.

Besonders kreative Menschen nutzen Ihre Phasen im gedanklichen Ruhezustand meist sehr viel besser aus als jene, die stets in den gleichen Verhaltens- und Gedankenmustern verharren. Es kommt daher nicht von ungefähr, wenn Musiker oder Künstler berichten, dass Ihnen die größten Ideen in den unmöglichsten Momenten kommen. Sei es beim Spaziergang, mitten in der Nacht oder entspannt bei einem Glas Wein. Gerade in den Momenten, in welchen sich solche kreativen Menschen nicht bewusst hinsetzen um ihrer Arbeit nachzugehen, sind sie manchmal deutlich effektiver. Die Aktivität unseres Ruhezustandsnetzwerks im Gehirn ist also unerlässlich für unsere Kreativität, für die Freiheit unserer Gedanken und für die Öffnung neuer Wege im Denken und Handeln des Menschen. Es lohnt sich allemal, diese Chance bewusst zu nutzen.


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